Angefangen hat wohl alles im Alter von 12 Jahren, als ich von meinem Vater einen kleinen Refraktor geschenkt bekam. Wir haben damals im 4. Obergeschoss eines Hauses gewohnt und die Gegend selber war auch recht hoch, sodas ich einen großen Teil der schönen Stadt Hildesheim damit einsehen konnte. Ich habe damals viel Zeit mit Tagesbeobachtungen verbracht. Eines Abends, im Winter, kam mir mal die Idee, das Teleskop auf den Mond zu richten. Was ich da an Details am Mond sehen konnte, hat mich damals sehr fasziniert. Ich habe viele Nächte damit verbracht, den Mond immer und immer wieder anzusehen. Leider wusste ich damals nicht, das es auch andere schöne Objekte im Himmel gibt, die man sich hätte angucken können. So kam es dann, das ich mich am Mond relativ schnell satt gesehen hatte. Also verschwand das Teleskop nach einer Weile im Keller und sollte so schnell auch nicht wieder das Tageslicht erblicken.
Es war an einem Wochenende um 1999 herum und ich konnte abends nicht schlafen. Ich zappte im Tv die Kanäle rauf und runter, um die passende Sendung zum Einschlafen zu finden. Ich blieb beim Sender BR Alpha hängen. Ein Sender, den ich eigentlich auch vom Speicher meines Fernsehers hätte löschen können, da ich bis zu diesem Zeitpunkt wohl keine 15 Sekunden meines Lebens in das Programm des Senders investiert hatte. Bis zu diesem Abend. Denn Es lief "alpha Centauri", eine Sendung mit Prof. Harald Lesch, der dem Zuschauer das Universum, mit all seinen Wundern näher brachte. Ich fand die Sendung auf Anhieb unglaublich spannend. Die Art, wie Prof. Lesch das Universum erklärte, mit so viel Wortwitz und plausiblen Erklärungen, fesselte mich an den Fernseher. Ab diesem Zeitpunkt fing bei mir das Interesse für das Universum so richtig an und ich verpasste kaum eine Sendung von alpha Centauri.
Es verging eine lange Zeit, ehe ich mich dazu entschloss, mir ein Teleskop zu kaufen. Motiviert von den damals so spannenden Weltraumdokus, wollte ich auch ein Teil davon werden und mir die Himmelsobjekte live und in voller Farbe mit einem Teleskop ansehen. Mir war in den Informationen über dieses Hobby wohl entgangen, das man visuell mehr als schwarz/weiss und milchige Flecken nicht zu erwarten hat, da ein Teleskop ohne Aufnahmekamera nicht über genug Lichtsammelfähigkeiten besitzt, um so weit entfernte Objekte detailreich und in Farbe darzustellen. Um so größer war die Enttäuschung im Jahre 2009, als ich mir einen 200 / 1200er Dobson-Newton gekauft hatte und die ersten Objekte im All ( z. b. Orion Nebel ) unter die Lupe nahm. Wo waren all die schönen und prächtigen Farben hin, wie man sie aus Fernsehen und Internet kannte? Ich las mich in den Astronomieforen schlau und ich erkannte dann recht schnell, das ich von der praktischen Astronomie keine Ahnung hatte, obwohl ich vorher all die vielen schönen Dokus gesehen hatte. Aber ich ließ mich nicht entmutigen und machte eine Weile visuell Weiter. Ich hatte viele Beobachtungen machen können, wie z.B. den Orion Nebel, die Andromedagalxie, den Jupiter mit seinen Monden, Kugelsternhaufen etc. Doch auch hier verlor ich irgendwann erneut das Interesse an der visuellen Beobachtung. Denn was mir fehlte, war die Farbenpracht und die Details der Deepsky Objekte des Universums. Durch schlaulesen in diversen Foren, wurde mir klar, das man für ein farbenfrohes und detailreiches Universum in die Astrofotografie eintauchen müsste. Zu dieser Zeit für mich leider eine unmögliche Mission, da ich mich in einer Umschulung befand und nicht die finanziellen Mittel für eine Fotografie-Ausrüstung aufbringen konnte. So kam es, wie es kamen musste. Mein Astronomie-Hobby schlief wieder ein. Kurze Zeit später verkaufte ich dann auch meinen Dobson, da ich visuell nicht mehr weiter machen wollte.
Es vergingen weitere Jahre. Wieder lag ich Abends auf der Couch und schaute mir eine Weltraumdoku an. Und wieder packten mich die Erinnerungen und das Weltraumfieber. Diesmal wollte ich aber auch "richtig" in die Fotografie eintauchen. Mit einer unbändigen Motivation, kaufte ich mir dann meine erste "richtige" Fotoausrüstung. Es wurde ein 200 / 1000er Newton auf Exos2, samt einer Canon EOS 1000d, Okularen und weiterem Zubehör wie Schrittmotoren für die Nachführung. Mit dieser Ausrüstung habe ich im Winter 2014/2015 dann auch mein allererstes ( klick mich ) Objekt fotografiert.
Nach ein paar Jahren der Astrofotografie und einigen Käufen, hatte ich mein Equipment kontinuierlich erweitert und aufgestockt. Einige Montierungen, Kameras und Teleskope haben den Besitzer gewechselt. Mein momentanes Setup besteht aus folgendem: EQ6-R, Esprit 120, Eos 6Da und der Sony Alpha 7Sa.
Derweil hatte ich auch einige nette Kollegen aus der selben Region kennenlernen dürfen, mit derer wir schon oft aufs Feld rausgefahren sind, um gemeinsam zu Beobachten und Fotos von den wunderbaren Himmelsobjekten zu fotografieren. Ich habe von den erfahrenen Kollegen einiges lernen dürfen und ich bin froh, das sich die Wege gekreuzt haben. Wir hatten viele schöne Nächte unter dem Sternenhimmel, in einer Gemeinschaft machen solche Fotosessions erst so richtig Spaß.
Es gibt endlos viele und wunderschöne Objekte zu fotografieren wie Sonne, Mond, Planeten, Galaxien, Kugelsternhaufen, offene Sternhaufen, Supernovaüberreste, Gas- und Dunkelnebel. Aber gleichzeitig so wenig Zeit für dieses schöne Hobby, wegen Arbeit, Familie und Wetterlage. Allerdings ist ganz klar, der Weg das Ziel. Mir macht es unglaublich viel Spaß, unter dem Nachthimmel auf dem Feld zu stehen, die Atmosphäre unter den Sternen zu genießen und auf Photonenjagd zu gehen. Ich bin fasziniert von dem, was es dort oben durch die Fotografie zu bestaunen gibt, was sonst dem normalen Auge völlig verborgen bleibt. Fasziniert, genau wie damals, als ich mit 12 Jahren zum ersten mal den Mond beobachtete. Ich bin angelangt bei meinem Hobby, der Astronomie.